Frauenbild in Japan

Auf den Straßen in Japan können die verschiedesten Menschen beobachtet werden: Fauen und Männer, Menschen in zum Teil abenteuerlichen Selbstdarstellungen. Trotz aller Unterschiede scheint das Frauenbild noch sehr traditionell zu sein, wobei die Tradition modern verpackt ist. Betrachtet man die Darstellung der Frauen im Museum in Tokio (National Museum), bekommt man einen Eindruck der traditionellen Sichtweise. Frauen sind meist Männern zugeordnet. Die unterwürfige Haltung der Frau bei der Heiratszeremonie ist besonders stark ausgeprägt.

Hochzeitszeremonie

Frauen werden aber auch einzeln und unabhängig dargestellt. Dann handelt es sich meist aber um Künstlerinnen oder Geishas.

Teil eines Bildes

Fast auf gleicher Augenhöhe scheint sich ein Paar dargestellt zu haben. Allerdings hat er einen Namen, während sie nur als die Frau von… dargestellt wird.

Herr mit Namen und Fau (ohne eigenen Namen)

Auch die Frau des Kaisers hat keinen eigenen Namen.

Frau des Kaisers

Die Puppendarstellung eines Paares zeigt deutlich, was von einer Frau und einem Mann erwartet wird.

Darstellung Paar

In den Kult-Comics in Japan – den Mangas – ist das Bild der Fauen durchaus vielfältiger geworden, allerdings sind alle Augen rund und Nasen nicht mehr wirklich vorhanden. Diesem Schönheitsideal eifern die JapanerInnen heute nach. Insbesondere für Frauen bedeutet das, niedlich zu sein. Damit hat sich die Tradition der Unterordnung für Frauen zwar verändert, aber die Folgen sind ziemlich ähnlich. Ernstgenommen werden die Frauen mit den rosa Schleifen nicht, sondern die Herren in den dunklen Anzügen.

Frauen in Nagoya 2018

Technikkunst

In vielen gewöhnlichen Dingen wohnt eine Schönheit, die es zu entdecken gilt. Die rosa und türkisfarbenen Kabel der Industrieroboter, wirken wie schüchterne, aber frische Akzente auf den weißen, starken Armen der Industrieroboter im Industriemuseum von Toyota (Nagoya, Japan).

Industriekunst (eigene Aufnahme)

Forschung nötig: Gesundheitsroboter

Kliniken und Forschungseinrichtungen denken seit vielen Jahren über Roboter nach, die in der Klinik oder zuhause die Pflege oder Gesundheit unterstützen. Pepper ist 1,20 m groß und soll Patieten über den Krankheitsverlauf aufklären. Handreichungen im Privathaushalt stellen für den fast lebensgroße Roboter des KIT kein Problem dar. Auch die Filmindustrie hat das Thema schon aufgegriffen und dort ist auch zu sehen, welche Probleme es mit Gesundheits-Robotern geben könnte. Der Gesundheits-Roboter von Disney heißt Baymax und manchmal zu eifrig – Achtung sehr lustig 😉

An einer guten Lösung muss wohl noch gearbeitet werden.

Männer für Gleichstellung

Die Gleichstellung von Frauen und Männern kann nur gelingen, wenn beide Geschlechter die noch bestehenden Ungerechtigkeiten kennen und für Veränderungen eintreten.

HeForShe ist eine Initiative der UN Women Organisation, die seit 2014 explizit Männer anspricht, um mit den Frauen gemeinsam die Gleichstellung voranzutreiben. Die Webseite zeigt in einer Weltkarte, wie viele Bekenntnisse und Aktionen stattfinden.

Mit dem Wo.men@work Preis werden in Belgien Geschäftsführer/innen ausgezeichnet, die sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzen. Seit 2010 sind bereits viele Frauen und Männer als Botschafter für Gender Diversity ausgezeichnet worden. Warum diese Manager/innen die Gleichstellung vorantreiben, erklären sie in ihren Video-Botschaften.

Beide Seiten wurden auf die Liste der lesenwerten Links über Gender Diversity im GeDiCap-Wiki aufgenommen.

Neujahr 2018

„Ich grüße das neue Jahr. Mit großem Gepolter kommt es gerollt und rollt uns ins Glück oder Unglück, hält Dichter in Atem, die sagen, was zu sagen ist“

Rose Ausländer, ca. 1975, Arche Literaturkalender 2018

Viele beklagen zur Zeit, dass Twittern/Tweets meist spontan und unüberlegt sind und mehr Tiefgang häufig wünschenswert wäre.  Zu dieser Stimmung paßt das Gedicht von Rose Ausländer sehr gut.

Ich wünsche allen ein glückliches neues Jahr und der Gesellschaft, dass sie wieder ihre „DichterInnen“ findet, denen sie vertrauen kann.